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Bericht aus dem Schwabacher Tagblatt vom 10. Juni 2008 «Public Viewing» ist ein sehr junger Begriff. Erstmals bei der Weltmeisterschaft 2006 wurde gemeinsames Fernsehen zum Renner. In der Region Schwabach war während des WM- «Sommermärchens» vor zwei Jahren die Tennishalle in Rohr das Mekka der Fußballfans. 3000 Menschen bejubelten dort den Viertelfinalsieg gegen Argentinien und mussten die Niederlage gegen Italien verkraften. Diesmal ist zwar lediglich Europameisterschaft. Doch auch bei den Spielen um die kontinentale Fußballkrone will Rohr wieder ganz vorne mit dabei sein. ROHR (stt) – Nach zwei Jahren Vorbereitung konnten am Sonntag 800 begeisterte Anhänger der deutschen Nationalmannschaft den 2:0-Sieg gegen Polen verfolgen. Alle Spiele der Elf von Jogi Löw werden in der Tennishalle Rohr auf einer 30-Quadratmeter-Leinwand zu sehen sein. «Hoffentlich bis ins Finale», sagt Orgaleiter Bernd Jäger. Der voraussichtliche Höhepunkt der EM-Euphorie in Rohr wird aber bereits am Donnerstag über die Bühne gehen. Für die Partie gegen Kroatien hat sich der Bayrische Rundfunk angekündigt. Der Fernsehsender will live aus der Tennishalle berichten und von dort, ab 17.50 Uhr, seine «Abendschau» senden. Vor der deutschen Auftaktbegegnung gegen Polen herrschte gespannte Erwartung in Rohr. Die Fans kamen gut vorbereitet. Fahnen, Mützen, Hüte, Hawaii-Ketten, geschminkte Gesichter. Die deutschen Farben waren allgegenwärtig. Das schwarz-weiße EM-Trikot war an jedem Tisch vertreten. Ansonsten legere Kleidung, aber dennoch Respekt vor der Hymne. Beim Deutschlandlied stand die gesamte Halle. Beistand von ganz oben Bernd Jäger hatte sich sogar geistlichen Beistands versichert. Pfarrer Michael Wolf und eine Jugendgruppe der Rohrer Pfarrei hatten einen Verkaufsstand aufgebaut. «Kirche und Fußball», lautete dort das Motto. «Ich glaub dran», stand auf den dort erhältlichen Lederbällen. Woran, das war an diesem Abend in der Rohrer Tennishalle keine Frage: An die Unterstützung des Fußballgotts für die deutsche Mannschaft. Die Kids übten unter Anleitung die La-Ola-Welle. Danach machten sie es sich zwischen Leinwand und den ersten Bänken bequem. Ihre Fahnen gingen nicht nur bei den beiden deutschen Treffern nach oben. Immer wieder heizte ein Original-Stadion-Sprecher aus Schwabach dem Publikum ein. Bernie Kraus von der DJK Schwabach war engagiert worden, um für Stimmung zu sorgen. Unterstützt wurde er von einem Rohrer an der großen Trommel. «Steht auf, wenn ihr für Deutschland seid», stimmte er immer wieder an, und die Halle folgte brav. Schon bei den ersten guten Möglichkeiten der Deutschen Elf deutete sich an, was los sein könnte, wenn die Führung fällt. Der Jubel war gigantisch, als Lukas Podolski zum 1:0 verwandelte. «Ein verdienter Sieg», war man sich am Ende einig. «Öffentlich glotzen» Nach dem Spiel wurden noch die Tippkönige dieses Spiels gekürt. Insgesamt 16 Tipper hatten das richtige Ergebnis vorhergesagt. 10 von ihnen wurden ausgelost und erhielten jeweils ein Zehntel der Einnahmen aus dem TSV Rohr EM-Tipp. Zum Schluss lud Bernie Kraus alle ein am Donnerstag wieder dabei zu sein. Er benutzt dabei gern eine pfiffige und höchst klare Übersetzung. Für den DJK-Stadionsprecher trifft man sich in Rohr und anderswo während der Fußball-EM nicht zum «Public Viewing» sondern zum «Öffentlich glotzen».